Handelsarten

Call- und Put-Optionen

Call- und Put-Optionen sind die klassischen Handelsvarianten, mit der Binäre Optionen gehandelt werden. Einige Broker bezeichnen diese Handelsvariante auch als Cash- oder Nothing-Optionen oder Hoch- und Tief-Optionen.

Geht der Trader davon aus, dass der Kurs am Ende des festgelegten Zeitrahmens höher steht als zum Kaufzeitpunkt, so wählt er eine Call-Option. Hingegen wählt er eine Put-Option, wenn er der Meinung ist, dass der Kurs bei Optionsende niedriger steht als zum Kaufzeitpunkt. Wie sich der Kurs innerhalb der Optionslaufzeit verhält, ist nicht entscheidend. Wichtig ist nur, wo der Kurs am Ende steht. Lag der Trader mit seiner Vorhersage richtig, so wird die vorab festgelegte Rendite erzielt.

Turbo-Optionen

Die Turbo-Optionen sind äußerst beliebt, da hiermit innerhalb kürzester Zeit hohe Renditen erzielt werden können. Sie funktionieren wie die klassischen Call- und Put-Optionen, allerdings mit wesentlich kürzeren Laufzeiten. Mittlerweile bieten viele Broker Laufzeiten von 30 und 60 Sekunden bis hin zu 5 Minuten an.

Das Funktionsprinzip ist in der Theorie sehr einfach – in der Praxis aber schwer umzusetzen. Um Gewinne zu erzielen, müssen sich Trader mit den unterschiedlichen Märkten sehr gut auskennen. Zudem eignet sich für diese Handelsart nicht jeder Basiswert, sondern nur diejenigen, die eine hohe Marktvolatilität aufweisen. Dies wären zum Beispiel Währungen oder Rohstoffe. Aktien eigenen sich hingegen weniger für kurzfristige Handelsarten, denn schließlich muss die prognostizierte Kursentwicklung innerhalb kürzester Zeit eintreten. Demnach ist das Nutzen von Chart-Tools unumgänglich. Für Einsteiger ist diese Handelsart weniger geeignet.

One-Touch-Optionen

One-Touch-Optionen sind eine spannende Handelsart, um den Handel mit Binären Optionen etwas interessanter zu gestalten. Während der Optionslaufzeit muss der Kurs eines Basiswertes einen vorab festgelegten Zielkurs berühren („touch“). Dabei kann dieser Zielkurs oberhalb oder unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegen. Hier reicht es also nicht aus, eine Prognose zur Kursrichtung abzugeben.

Der große Vorteil ist, dass es sofort zu einem Gewinn kommt, wenn die Preisgrenze einmal berührt wird. Die Option wird dann automatisch geschlossen. In welche Richtung sich der Kurs danach entwickelt, ist nicht wichtig.

Analog zu den One-Touch-Optionen gibt es auch die No-Touch-Optionen. Hierbei wird darauf spekuliert, dass der Kurs während der Laufzeit nicht die Preisgrenze berührt.

Einige Broker bieten die One-Touch-Optionen auch im sogenannten High-Yield-Modus. Zwar können hier sehr hohe Renditen (teilweise sogar bis zu 1000 Prozent), erzielt werden, demgegenüber steht aber auch ein enorm hohes Risiko. Häufig ist der zu erreichende Zielkurs wesentlich weiter entfernt, als bei einer normalen Touch-Option, weshalb die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, den Zielkurs in der vorgegebenen Zeit zu erreichen oder nicht zu erreichen.

Double-Touch-Optionen

Die Double-Touch-Optionen sind noch relativ neu und nur wenige Broker bieten diese Handelsart an. Auch hier steckt das Funktionsprinzip bereits im Namen. Demnach müssen während der Laufzeit gleich 2 Preisgrenzen von einem Kurs berührt werden. Diese Preisgrenzen befinden sich normalerweise einmal oberhalb und einmal unterhalb des Kursniveaus. Infolge dessen muss der Trader also nicht nur festlegen, ob ein Kurs fallen oder steigen wird, sondern auch für zwei unterschiedliche Preisgrenzen.

Wenn ein Trader also beispielsweise die erste Preisgrenze (Touch-Kurs) auf 55 und die zweite auf 45 festlegt und der aktuelle Kurs bei 50 liegt, heißt das, dass der Kurs während der Laufzeit zunächst auf 55 hochgehen und danach auf 45 runtergehen muss. Schafft er dies, wird ein Gewinn erwirtschaftet.

Das Gegenteil von den Double-Touch-Optionen sind die No-Double-Touch-Optionen. Das heißt, es werden zwei Preisgrenzen ausgewählt, die der Kurs nicht berühren darf. Alles Weitere gilt analog zu den Double-Touch-Optionen.

Diese Handelsarten gehören zu den schwierigsten Varianten und sollten von Einsteigern zunächst nicht genutzt werden. In der Regel trauen sich an diese Handelsarten nur sehr erfahrene Trader oder Profis.

Range-Optionen

Die Range-Optionen (werden auch als Boundary-Optionen bezeichnet) basieren auf einem anderen Mechanismus, als zum Beispiel die klassischen Call- und Put-Optionen. Gehandelt werden Range-Optionen in Form von Inside- und Outside-Optionen. Dabei spekulieren Trader darauf, dass der Kurs entweder in einer Range (Inside-Option) oder außerhalb einer Range (Outside-Range) endet. Hier wird also beispielsweise keine Preisgrenze festgelegt, sondern ein Range (Bereich). Broker bieten hierzu verschiedene Risikovarianten an, wobei die Range zum größten Teil von den Brokern selbst bestimmt wird.

Mit Sicherheit lassen sich mit Range-Optionen sehr hohe Renditen (bis zu 1000 Prozent) erzielen, jedoch muss hier beachtet werden, dass die Handelsbedingungen sehr komplex sind.

Der Kurs beginnt beispielsweise bei einer Inside-Option in einem bestimmten Bereich und endet hier auch. Dabei kann die Range zwar während der Laufzeit verlassen werden, jedoch muss sich der Kurs am Ende wieder in der Range befinden. Vorwiegend werden Inside-Optionen deshalb nur in ruhigen Märkten gewählt.

Im umgekehrten Fall, also bei der Outside-Option, muss der Kurs den vorab festgelegten Bereich (Range) während der Laufzeit verlassen und sich am Ende immer noch außerhalb befinden. Hier spielt dann wiederum eine hohe Marktvolatilität eine bedeutende Rolle.

Mit Range-Optionen können ebenfalls sehr hohe Renditen erzielt werden, sind aber für Einsteiger absolut nicht geeignet. Um hier wirklich erfolgreich zu sein, müssen sich Trader vorab Fragen stellen, wie zum Beispiel, ob die vorgegebenen Range realistisch ist, wie stark der Kurs fluktuieren wird, ob der Kurs die Range während der Laufzeit verlassen wird, und ob sich der Kurs am Ende wieder in der Range befindet. Um diese Fragen beantworten zu können, müssen sich Trader unbedingt mit dem aktuellen Marktgeschehen auskennen.

Nur wenige Profitrader wagen sich an die Range-Optionen und geben diesen eher einen Glücksspielcharakter. Aus diesem Grund wird diese Handelsart auch nur von wenigen Brokern angeboten.

Pair-Trading

Beim Pair-Trading treten zwei Basiswerte gegeneinander an. Vergleichen kann man das mit einem Fußballspiel, bei dem darauf gewettet wird, welche Mannschaft die meisten Tore schießt. Hingegen geht es beim Pair-Trading darum, welcher der beiden Basiswerte besser performt.

Profitrader bevorzugen beim Pair-Trading normalerweise Aktien als Basiswert. Zwar ist es auch möglich, zwei unterschiedliche Basiswerte, wie zum Beispiel Aktie gegen Gold, zu handeln, hiervon wird aber stets abgeraten. Zudem kann bei verwandten Basiswerten eine bessere Analyse vorgenommen werden.

Das Grundprinzip dieser Handelsart ist einfach: Der Trader muss lediglich entscheiden, welche der beiden ausgewählten Basiswerte zum Verfallszeitpunkt besser abschneidet. Hilfreich ist hierbei, dass viele Broker bereits Paaroptionen, wie zum Beispiel Apple-Aktie gegen Microsoft-Aktie, anbieten. Zudem ist es empfehlenswert, dass stets ähnliche Aktien (z. B. BMW-Aktie mit Daimler-Aktie) gepaart werden. Neben den fixen Paaroptionen können die Basiswerte natürlich auch zusammengestellt werden. Zu beachten ist aber, dass bei variablen Paaroptionen die Performance erst zu Beginn des Abrechnungszeitraumes beginnt. Der Kauf findet erst während der Laufzeit statt. Bei fixen Paaroptionen wird die Performance hingegen zwischen dem Zeitpunkt des Kaufs und dem Verfallszeitpunkt betrachtet. Dabei wird die Rendite automatisch angepasst, wenn bei den variablen Optionen bereits eine Entwicklung zwischen Laufzeitbeginn und Kaufzeitpunkt festgestellt wird. Sollte auf den in Führung liegenden Basiswert gesetzt, wird eine geringere Rendite erzielt.

Grundsätzlich ist das Pair-Trading eine interessante Handelsart. Voraussetzung ist aber das Vorhandenseins eines entsprechenden Fachwissens. So müssen die Kurse der Basiswerte mithilfe der Charts analysiert und wichtige Indikatoren eingesetzt werden, um die Märkte einschätzen zu können. Für Einsteiger ist diese Handelsart eher nicht geeignet.

Ladder-Optionen

Immer mehr Broker bieten mittlerweile auch Ladder-Optionen an. Hiermit haben Trader die Möglichkeit, mehrere Trades gleichzeitig auf einem Basiswert zu platzieren. In einem Chart gibt es sechs unterschiedliche horizontale Linien. Fünf von diesen Linien sind meist farbig und gestrichelt und stellen die unterschiedlichen Kursziele dar. Die sechste Linie zeigt den aktuellen Kurswert. Für jede Linie gibt es einen Call- und Put-Button. Sollte sich der Kurs zum Ende wie vorausgesagt verhalten, so werden die vorab angezeigten Renditen erzielt. Aber auch diese Handelsart ist für Anfänger zunächst ungeeignet.

Zusatzfunktionen zur Risikobegrenzung

Einige Broker bieten eine oder mehrere Zusatzfunktionen an, um das Risiko zu minimieren. Hierzu gehören u.a.:

Verlustabsicherung

Einige Broker bieten eine allgemeine Verlustabsicherung an. Hier werden dann im Verlustfall zwischen 10 bis 15 Prozent des eingesetzten Kapitals ersetzt. Wieder andere Broker bieten eine gestaffelte Verlustabsicherung an. Trader haben dann die Möglichkeit, den Prozentsatz selbst festzulegen. Zu beachten ist allerdings, dass je höher die Verlustabsicherung gewählt wird, desto niedriger wird die Rendite.

Early-Closure-Funktion

Mithilfe dieser Funktion können Trades frühzeitig geschlossen werden, wenn absehbar ist, dass sich der Kurs nicht in die gewünschte Richtung bewegt. Wird von dieser Funktion Gebrauch gemacht, sinkt natürlich auch die Rendite.

Rollover-Funktion

Mit dieser Funktion können Trader den Ablaufzeitpunkt des laufenden Trades nach hinten verschieben, wenn absehbar ist, dass der Trade verliert.

Double-Up-Funktion

Diese Funktion dient nicht zur Risikobegrenzung, sondern zur Gewinnverdopplung. Nähert sich ein Trade dem Ende, so kann man mithilfe der Funktion eine neue Position mit den gleichen Konditionen eröffnet werden, wodurch sich der Gewinn verdoppeln kann.

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