Entstehung der Finanzpsychologie

Die Finanzpsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie und noch relativ jung. Erforscht wird hier, wie sich Menschen im Umgang mit Finanzprodukten bzw. Geld verhalten und wie sie dies erleben. Dabei stehen vor allem die Wahrnehmung und die Informationsverarbeitung im Fokus.

Anfang der 80er Jahre entwickelte sich bereits in den USA das Forschungsgebiet „Behavorial Finance“, in dem wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungsmethoden mit dem Psychologie-Fachwissen kombiniert wurden. Noch heute können die Ergebnisse dieser Forschung dabei helfen, Anlageentscheidungen besser zu verstehen und geben ein klares Bild darüber, nach welchen Denk- und Verhaltensmustern agiert wird.

Die Grundannahme des Behavorial Finance ist, dass Anleger unlogisch agieren, und zwar auf der Basis von unbewussten Verhaltensmustern. Jeder hat bereits verloren, wenn er schlauer sein will als der Markt. Nur diejenigen, die sich ihr irrationales Verhalten bewusst machen, haben eine Chance. So lautet einer der wichtigsten Lehrsätze.

Der Wirtschaftstheoretiker John Maynard Keynes erklärte bereits im Jahr 1936, dass die Ereignisse an der Börse nicht allein durch rationales Verhalten entstehen. Im Jahr 1979 beschrieben dann die Wirtschaftswissenschaftler Amos Tversky und Daniel Kahneman darauf aufbauend, dass die Menschen das Risiko nicht mögen bzw. erst dann, wenn sie im Begriff sind zu verlieren. Heute stellt diese „Prospect Theory“ die Basis der Finanzwissenschaften dar.

In den darauffolgenden Jahren lieferten viele verschiedene Wissenschaftler weitere Erkenntnisse in das Forschungsgebiet Behavorial Finance. Hierunter fällt auch die Erkenntnis, dass sich Trader mit einer spekulativen Orientierung bewusst oder unbewusst von ihren Emotionen beeinflussen lassen, was wiederum zu Fehlentscheidungen führt. Dabei spielt die Emotion Angst eine wesentliche Rolle – vor allem die Angst davor, Geld zu verlieren. Nicht zu vergessen die Gier nach noch mehr Geld.

Der Mensch steht stets unter Druck, denn er will natürlich alles kontrollieren, was in Bezug auf die Börse bzw. die Kurse unmöglich ist. Einzig und allein sich selbst kann der Trader kontrollieren, wenn er auch dazu bereit ist. Nur dann, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, wird der erfolgreiche Handel an der Börse möglich.

Im Folgenden wird nun näher auf die Denk- und Verhaltensmuster aus der Behavorial-Finance-Forschung eingegangen.

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