Automatische Handelsprogramme

Unseriöse Anbieter

Neulinge im Binäroptionshandel sind fasziniert von dem Gedanken, innerhalb kürzester Zeit das schnelle Geld zu machen. Zusätzlich werden diese Gedanken noch von Anbieter gefördert, die den Reichtum mithilfe eines automatisierten Handelsprogramms versprechen. Selbstverständlich – es mag verführerisch klingen, ohne Börsenwissen und ohne Anstrengung viel Geld zu verdienen. Doch aus diesem Wunschtraum kann schnell ein Alptraum werden, wenn sich Trader auf derartige Angebote einlassen.

Für den Handel mit Binären Optionen werden vorwiegend Tools (Trading Bots) angeboten, die zuverlässig Handelssignale liefern sollen. Die Trades werden dann entweder manuell vom Händler oder aber automatisch gesetzt.

Wer sich für den Binäroptionshandel interessiert, wird automatisch mit diversen Anbietern konfrontiert bzw. zugespamt. Doch zum Glück lassen sich unseriöse Anbieter schnell entlarven.

Die Idee, unwissende Menschen um ihr Geld zu bringen, ist nicht neu. Hierüber entsetzt zu sein, bringt nichts. Viel wichtiger ist, auf die klaren Zeichen dieser dubiosen Betrugsmaschen zu achten und sich nicht auf derartige Anbieter einzulassen.

Es ist natürlich immer verlockend, wenn Reichtum und Luxus versprochen wird, aber man muss sich immer vor Augen halten, dass niemand etwas zu verschenken hat. Reich werden lediglich die Anbieter.

Hier einige Beispiele:

BinaryPilot – Sturzflug in den Verlust

Wie bei vielen anderen Anbietern auch gibt es auf der Webseite des BinaryPilots zunächst mal ein Video, das an eine schlecht gemachte Teleshoppingpräsentation erinnert. Hierin wird ausführlich erklärt, dass der Reichtum ganz nah ist – jedoch ist dieser nicht umsonst. So sollen Trader rund 200 Euro im Monat für das Economy-Class-Paket löhnen. Im Gegenzug dazu wird eine Gewinnquote von bis zu 680 Prozent versprochen. Was sind da schon 200 Euro im Monat?

Besonders fragwürdig ist, dass BinaryPilot angeblich mit seriösen und bekannten Brokern wie Optionfair, Banc de Binary oder anyoption zusammenarbeitet. Gleichzeitig werden auch Broker genannt, die auf der Warning-List der CySEC stehen, wie zum Beispiel TraderXP. Tatsächlich ist es aber so, dass der BinaryPilot lediglich mit dem unregulierten Broker Master-Options genutzt werden kann. All das sind bereits wichtige Warnhinweise.

Interessant wird es auch, wenn man sich das Impressum der Webseite ansieht. Hier wird das Unternehmen Koc Oftls HLzemtlerl Holding mit Sitz in Ankara aufgeführt. Trotz ausgiebiger Recherchen konnte dieses Unternehmen nicht ausfindig gemacht werden. Aus anderen Berichten geht aber hervor, dass der BinaryPilot in Verbindung mit dem Handelsroboter Projekt95PRO steht.

Projekt95PRO – kostenlose Gelddruckmaschine

Richard hatte ein hartes Leben. Er wurde ausgenutzt, belogen und betrogen. Doch bei ihm ist keine Spur der Verbitterung zu spüren – ganz im Gegenteil: Richard ist ein wahrer Menschenfreund. Als Finanzsoftware-Experte hat er eine Handelssoftware entwickelt, die er kostenlos anbietet, damit auch jeder andere davon profitieren kann. Mit Projekt95PRO erhält man seine private Gelddruckmaschine und dafür verlangt „Richard“ lediglich eine fünfprozentige Beteiligung an den Gewinnen. Es kann sogar eine kostenlose Demoversion getestet werden. Sobald man sich für die Demoversion angemeldet hat, hagelt es Mails. Hierin wird der Nutzer aufgefordert, Geld einzuzahlen, um endlich reich zu werden. Obendrauf gibt es noch einen fetten Bonus, wie zum Beispiel „400 einzahlen und 400 geschenkt bekommen“. Auch das Telefon wird fortan nicht mehr stillstehen. Fleißige Call-Center-Agents fragen regelmäßig nach, warum man noch kein Geld eingezahlt hat.

Wer die Demoversion nutzt wird innerhalb kürzester Zeit immens hohe Gewinne generieren. Sobald die erste Einzahlung aber getätigt wurde, scheint die Gelddruckmaschine nicht mehr zu funktionieren und es kommt zum Totalverlust.

Auf der Webseite wird als Urheber die P95Pro AG in Florida genannt. Aber auch dieses Unternehmen konnte nicht ausfindig gemacht werden. Die deutsche BaFin konnte im Fall Projekt95Pro ein großes Firmengeflecht ermitteln, in das Unternehmen wie Cedar Finance, Regal Options und T.B.S.F. Best Strategy Finance involviert sein sollen. Weiter berichtet die BaFin, dass keines der Unternehmen um eine Erlaubnis zum Erbringen von Bankdienstleistungen besitzt. Zudem kann laut den Berichten eine Verbindung zu Martin Schranz hergestellt werden, der seit langem als Betrüger in der Szene bekannt ist.

GermanBinary Robot – Betrugssystem eines alten Bekannten

Norbert, Ex-Banker und ein alter Hase im Betrugsgeschäft, bietet nunmehr nicht mehr seinen alten bekannten „Wallstreet Trick“ an, sondern den Handelsroboter GermanBinary Robot. In einem Video erklärt der gute Mann, dass man die Software für gerade mal 2.400 USD erwerben kann. Aber man muss sich natürlich beeilen, denn es handelt es sich hierbei um einen Sonderpreis. Regulär kostet die Software nämlich 3.600 USD. Versprochen werden Gewinne in exorbitanter Höhe. Untermalt wird das Ganze noch mit einem eigens von Norbert kreierten Logo „Trading Account by Binary Verify“.

Wer die Software erwerben möchte, muss diese im Voraus per Kreditkarte bezahlen. Nachdem die Mailadresse eingegeben wurde, gibt es eine Weiterleitung in den Mitgliederbereich, in dem die persönlichen Daten eingetragen werden müssen. Wer die Demoversion testen möchte, muss eine Einzahlung tätigen. Wiederum erfolgt eine Weiterleitung zu der Webseite des unregulierten Brokers Inside Option. So viel zum Thema, dass die Demoversion unverbindlich und kostenlos getestet werden kann. Vermutlich existiert die Demoversion überhaupt nicht und der gute Norbert und der Broker haben sich ein lukratives Geschäftsmodell ausgedacht.

OptioNavigator, Deutschegarantie, Tradox und BinaryOptionRobot

Die Trading Robots OptioNavigator, Deutschegarantie, Tradox und BinaryOptionRobot können in einen Topf geschmissen werden und stammen vermutlich von ein und demselben „Entwickler“, da sich die Webseiten alle ähneln. Ein Impressum wird hier vergeblich gesucht. In den Nutzungsbedingungen taucht immer wieder der Name des Unternehmens OPN Limited auf den Cayman Islands auf. Vermutlich auch ein Unternehmen, das nicht existiert.

Die Masche ist bekannt: Es wird von einem Menschen erzählt, der durch die angebotene Software reich geworden ist. Um Interessenten ordentlich unter Druck zu setzen, wird gesagt, dass die Software noch kostenlos ist, aber schon bald kostenpflichtig ist. Und so reihen sich die billigen Verkaufsargumente aneinander.

Als kooperierender Broker wird EZTrader genannt, der eigentlich zu den regulierten und anerkannten Brokern gehört. Es ist äußerst fragwürdig, wenn dubiose Anbieter mit einem bekannten Broker in Verbindung gebracht werden.

Metatrader 4

Den Begriff Metatrader dürfte jeder schon mal gehört haben, der sich mit dem Trading beschäftigt. Im CFD- und Forex-Handel hat die Chartsoftware einen festen Platz und stammt aus dem Hause Metaquotes. Um den Metatrader 4 für den Binäroptionshandel nutzen zu können, muss zunächst ein Konto bei einem CFD- oder Forex-Broker eröffnet werden, der einen MT4-Zugang bietet (z. B. MIG Bank).Wiederum von Vorteil ist, dass der Metatrader 4 nahezu unendlich viele Varianten anbietet, um Indikatoren gezielt zu kombinieren und einzusetzen. Wer sich in die Software intensiv einarbeitet, kann sogar selbst Indikatoren mithilfe der Programmiersprache MQL4 programmieren.

Vorteile:

unbegrenzte Anzahl an Indikatoren

bis zu 10 Charts gleichzeitig

Programmierung von eigenen Indikatoren mithilfe von MQL4

Zusatzfunktionen (z. B. Signale, Finanz-News etc.)

mobile App

Nachteile:

Anmeldung bei einem CFD- oder Forex-Broker

je nach Broker begrenzter Zugang zu Kursen von verschiedenen Basiswerten

sehr umfangreiche Software

Beide Chart-Tools bieten vielfältige Funktionen, die bei der Technischen Analyse hilfreich sein können. Einsteiger sollten ein externes Charttool zunächst mit einem Demokonto ausprobieren, denn es braucht sehr viel Erfahrung, um Charts richtig zu lesen und zu verstehen.

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