Wie binäre Optionen funktionieren?

binäre Optionen

Das Funktionsprinzip ist einfach und schnell erklärt. Bereits der Begriff „binär“ („Zweiersystem“) verrät, dass eine Option lediglich zwei Zustände erreichen kann, und zwar „im Geld“ und „aus dem Geld“. Gewinnt die Option bei Ablauf, so befindet sich die Option „im Geld“. Verliert die Option hingegen bei Ablauf, so befindet sie sich „aus dem Geld“.

Wenn der Trader von einem steigenden Kurs des ausgewählten Basiswertes ausgeht, kauft er eine Call-Option. Geht er hingegen von einem fallenden Kurs aus, so kauft er eine Put-Option. Das heißt, der Trader muss in Bezug auf die Kursentwicklung nur eine Richtungsentscheidung treffen.

Am Ende der Optionslaufzeit ist der Kurs des Basiswertes entscheidend, ob der Trader für seine Richtungsentscheidung einen Gewinn einfährt. Hat der Trader die richtige Entscheidung getroffen, erhält er eine Rendite vom Broker, die vorab definiert wurde. Je nach Broker kann die Rendite zwischen 65 und 100 Prozent liegen.

Chancen und Risiken

Die Chancen beim Binäroptionshandel stehen 50 zu 50. Hier dürfen aber die Chancen nicht mit den Renditen verwechselt werden. Diese liegen nämlich deutlich höher. Demgegenüber steht das Totalverlustrisiko. Die Chancen stehen somit 50 zu 50, dass Trader ihr gesamtes eingesetztes Kapital verlieren. Ein positiver Aspekt ist allerdings, dass das Risiko nicht über das eingesetzte Kapital hinausgeht, wie es zum Beispiel beim CFD- oder Forex-Handel der Fall sein kann.

Aktien

Der Gesamtwert einer Aktiengesellschaft wird in Aktien (Einheiten) aufgeteilt, sodass eine Aktie demnach ein wertmäßiger Anteil an der Gesellschaft ist. Aktien-Inhaber hoffen stets darauf, dass der Wert des Unternehmens stetig wächst, sodass sie ihre Aktien zu einem hohen Preis verkaufen können. Wenn sich der Unternehmenswert ändert, gerät der Aktienkurs automatisch ins Schwanken. Aktienkurse können über lange Zeit stabil bleiben oder sich aber rasend schnell verändern, was auch als Volatilität bezeichnet wird, die wiederum von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird:

Angebot und Nachfrage: Der Kurs steigt, wenn mehr Aktien gekauft als verkauft werden. Umgekehrt sinkt der Kurs, wenn mehr Aktien verkauft als gekauft werden.

Unternehmensgewinn: Der Kurs steigt, wenn der Unternehmensgewinn höher ausfällt als erwartet. Umgekehrt sinkt der Kurs mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn der Unternehmensgewinn niedriger ausfällt.

Dividenden: Dividenden sind Teile des Unternehmensgewinns, die entweder an die Aktionäre ausgeschüttet werden oder aber in die Gesellschaft zurückfließen, um beispielsweise weiter expandieren zu können. Je nachdem kann es zu steigenden oder sinkenden Kursen kommen.

Kapitalmaßnahmen: Fusioniert eine Gesellschaft mit einem anderen Unternehmen oder wird die Gesellschaft komplett übernommen, sind hohe Kursschwankungen zu erwarten.

Erwartungen: Auf zukünftige Entwicklungen reagieren Kurse sehr stark. Dabei geht um die Erwartungen in Bezug auf das Wirtschaftsklima, Führung der Gesellschaft, Gesetzgebung oder Ähnliches.

Indizes

Der Index ist ein Durchschnittswert von einer bestimmten Anzahl von Aktienkursen. Diese befinden sich in einem Basket (Korb) aus einem Markt (z. B. Industrie, Wirtschaft etc.) und geben Hinweise auf Markttrends. Demzufolge stellen sie einen wichtigen Benchmark dar, mit dem Werteveränderungen in einem bestimmten Aktienmarkt verfolgt werden können. Indizes liefern in erster Linie wichtige Informationen. Dabei kann zwischen den folgenden Index-Arten unterschieden werden:

Weltmarktindizes: Zu den Weltmarktindizes gehören beispielsweise der Dow Jones Global Times, indem die 50 größten Unternehmen der Welt gebündelt werden oder der S&P Global 1200, der 1200 Aktiengesellschaften aus der ganzen Welt beinhaltet.

Leitindex: Jedes Land hat einen Leitindex, der als Maßstab für die Wirtschaft dient. Hierzu gehören zum Beispiel der DAX in Deutschland, der All Ordinaries in Australien, der S&O 500 in den USA oder der FTSE 100 Index in Großbritannien.

Nationale Indizes: Diese Indizes ähneln den Leitindizes, da diese die Aktienmarkt-Performance für ein Land anzeigen. Hierzu gehört zum Beispiel der CDAX in Deutschland, der alle Aktiengesellschaften in Deutschland beinhaltet oder der FTSE 100, indem sich die 100 größten Aktiengesellschaften in Großbritannien befinden.

Sektor-Indizes: Wie der Name schon sagt, betreffen Sektor-Indizes einen bestimmten Sektor (Industrien). Beispielsweise beinhaltet der Morgan Stanley Biotech Index 36 Unternehmen aus den USA, die in der Biotechnologie-Industrie aktiv sind.

Des Weiteren existieren Indizes für weitere Finanzmärkte, zum Beispiel Rohstoffindizes (z. B. Continuous Commodity Index), Währungsindizes (z. B. US-Dollar-Index) oder Stimmungsindizes (z. B. CBOE (VIX) Index).

Weitere Unterscheidungsmerkmale gibt es bei der Berechnung eines Index. Hier wird wie folgt unterschieden:

Preisgewichtete Indizes: Hier wird der Wert des Index durch den Kurs jeder Aktie berechnet. So werden die Aktienkurse aufsummiert und das Ergebnis durch die Anzahl der Aktien geteilt, woraus der Wert des Index entsteht. Aktien mit höheren Preisen haben stets auch eine höhere Gewichtung. Ein gutes Beispiel für einen preisgewichteten Index ist der Dow Jones Industrial Average.

Kapitalisierungsgewichtete Indizes: Hier wird der Kurs jeder Aktie nach der Marktkapitalisierung berechnet. Größere Unternehmen erhalten in der Gewichtung auch automatisch größere Prozentsätze. Der Gesamtwert des Index wird so berechnet, dass die Börsenwerte der Aktien addiert und danach durch die Anzahl der Aktien geteilt wird. Ein Beispiel für einen kapitalisierungsgewichteten Index ist der FTSE 100 Index.

Zusammengesetzte Indizes: Verschiedene Variablen werden hier zusammengefasst und standardisiert, um einen bestimmten Sektor über einen gewissen Zeitraum zu messen, sodass eine statistische Performance-Messung möglich wird. Ein solcher Index ist zum Beispiel der NASDAQ.

Rohstoffe

Für die Wirtschaft sind Rohstoffe unverzichtbar. Es sind natürliche Ressourcen wie Mineralien, Energien, Metalle oder landwirtschaftliche Produkte, wobei die Produktion und der Verbrauch von vielen Faktoren (z. B. Klima, Jahreszeit etc.) abhängen. Die Nachfrage wird maßgeblich von wirtschaftlichen Faktoren und den Verbrauchergewohnheiten beeinflusst, sodass Rohstoffe enormen Schwankungen unterliegen.

Unterschieden wird zwischen den folgenden Rohstoff-Gruppen:

Weiche Rohstoffe (Soft Commodities): Zu den weichen Rohstoffen gehören beispielsweise Kaffee, Getreide, Zucker oder Weizen. Also Produkte, die nicht abgebaut, sondern angebaut werden und ein Verfallsdatum haben. Generell gilt dieser Rohstoffmarkt als sehr volatil.

Harte Rohstoffe (Hard Commodities): Diese Rohstoffe werden aus dem Erdreich abgebaut oder aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Hierzu gehören zum Beispiel Öl, Gold, Kupfer oder Erdgas.

Neue Rohstoffe (Emergin Commodities): Neue Rohstoffe wie Ehtanol oder Wasser gibt es noch nicht am Markt. Jedoch erwarten Investoren, dass es hierfür schon bald floride Märkte geben wird, weshalb sie schon jetzt Aktien von solchen Unternehmen kaufen.

Währungen

Der Devisenmarkt ist einer der liquidesten Märkte und wird auch als Forex (Foreign Exchange) bezeichnet. Privatpersonen oder Unternehmen können mithilfe des Devisenmarktes eine bestimmte Währung in eine andere Währung konvertieren (wechseln). Zudem ist der Forex-Handel u.a. für Regierungen, Finanzinstitute und die Zentralbanken von bedeutender Rolle. Das tägliche Handelsvolumen am Devisenmarkt ist enorm. Jeden Tag werden weltweit über vier Billionen US-Dollar umgesetzt. Besonders vorteilhaft ist am Devisenmarkt, dass es hier kein Kommissionssystem gibt. Demnach ist er auch nicht so kompliziert wie andere Märkte.

Beeinflusst wird der Devisenmarkt von unterschiedlichen Faktoren wie den Zinssätzen der Zentralbanken, Wirtschaftsmeldungen (z. B. BIP-Zahlen oder Arbeitslosenzahlen) oder der Marktstimmung.

Der Devisenmarkt ist ein OTC-Markt (over the counter), sodass die Währungen nicht an der Börse getauscht werden, sondern direkt zwischen zwei Parteien. Dabei wird der Markt über ein riesiges globales Bankennetzwerk betrieben, weshalb der Handel von überall aus stattfinden kann.

Die Devisenkurse werden immer in Währungspaaren angegeben (z. B. EUR/USD oder USD/GBP). Die erste Währung ist die Basiswährung und die zweite Währung die Kurswährung. Der Kurs gibt an, wie viel Kurswährung erforderlich ist, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen. Wird zum Beispiel EUR/USD 1,4214 geschrieben, so ist der Euro 1,4214 USD wert. Es müssten also 1,4214 USD verkauft werden, um einen Euro kaufen zu können.

Auswahl des richtigen Brokers

Bei der Auswahl des passenden Brokers sollte unbedingt auf folgende Punkte geachtet werden:

Regulierung

Binäre Optionen Broker haben überwiegend ihren Sitz auf Zypern. Zwar ist eine Regulierung nicht zwingend erforderlich, die meisten Broker streben aber eine Lizenzierung an, um das Vertrauen der Trader zu gewinnen. Zuständig ist hierfür die zypriotische Finanzaufsichtsbehörde Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC). Da Zypern zur Europäischen Union gehört, unterliegen lizenzierte Broker bzw. die dahinterstehenden Unternehmen auch automatisch den MiFid-Richtlinien (Markets in Financial Instruments Directive). Unter anderem sind Broker dazu verpflichtet, sämtliche Kundengelder getrennt vom Unternehmensvermögen zu bilanzieren. Somit fließen die Kundengelder im Falle der Insolvenz nicht mit in die Insolvenzmasse.

Normalerweise erfolgt bei einer Lizenzierung auch die automatische Registrierung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Kontrolle findet aber nur über die CySEC statt.

Je nachdem, wo der Broker seinen Hauptsitz hat, sind natürlich andere Regulierungsbehörden zuständig:

  • USA: United States Securities and Exchange Commission (SEC)
  • Australien: Australien Securities and Investments Commission (ASIC)
  • Großbritannien: Financial Conduct Authority (FCA)
  • Malta: Malta Financial Services Authority (MFSA)

Handelsplattform

Die meisten Broker nutzen die Handelsplattformen von bekannten Anbietern wie SpotOption, TechFinancials oder Tradologic. Nur wenige setzen hier auf Eigenentwicklungen. Trader sollten sich die Plattform ganz genau ansehen und ggf. mithilfe des Demokontos testen. Die Benutzerfreundlichkeit als auch der persönliche Wohlfühlfaktor sind hier wichtige Auswahlkriterien.

Kosten und Gebühren

Kosten und Gebühren wie auch die Handelskonditionen sollten von Brokern stets transparent dargestellt werden. Ideal ist es, wenn Broker in Deutsch übersetzte Allgemeine Geschäftsbedingungen anbieten. Diese sollten auch unbedingt gelesen werden, damit es später nicht zu Überraschungen kommt. Dabei sollten Trader ganz besonders auf die Punkte Auszahlungsgebühren, Bonusbedingungen und Inaktivitätsgebühren achten. Sollte es auf der Webseite des Brokers keine AGBs geben, so ist dringend von diesem abzuraten.

Bonus

Ob Neukundenbonus oder weitere Boni – grundsätzlich unterliegen Boni den jeweiligen Bonusbedingungen. So muss der gewährte Bonusbetrag x-fach umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung beantragt werden kann. Die entsprechenden Regelungen finden sich in den AGBs oder in gesonderten Bonusbedingungen.

Beispiel:

Ein Kunde zahlt 250 Euro ein und erhält einen Bonus von 50 Prozent, also 125 Euro. Insgesamt hat der Trader jetzt 375 Euro auf seinem Konto. In den Bonusbedingungen steht, dass der Bonusbetrag 40-fach umgesetzt werden muss. Das entspricht hier einem Handelsvolumen von 5.000 Euro (125 x 40).

Handelskonditionen

Während bei einigen Brokern bereits mit 10 oder 100 Euro ein Handelskonto eröffnet werden kann, verlangen andere Broker wiederum Einzahlungssummen von 200 oder 500 Euro. Ebenso unterschiedlich fallen auch die Mindesteinsätze pro Trade aus.

Basiswerte und Handelsarten

Nur weil ein Broker über 150 Basiswerte für das Trading anbietet, heißt das noch lange nicht, dass er einer der besten Broker ist. Egal, ob nun 60 oder 150 Basiswerte angeboten werden, die wichtigsten Vermögenswerte sind meist vorhanden.

Neben den klassischen Call- und Put-Optionen bieten viele Broker mittlerweile noch weitere Handelsarten wie zum Beispiel Turbo-Optionen, One-Touch-Optionen oder Range-Optionen an. Teilweise können hiermit sogar Renditen von bis zu 1000 Prozent erzielt werden. Anfänger sollten sich zunächst auf die klassische Variante konzentrieren und erst einmal ausreichend Erfahrung sammeln.

Verlustabsicherung

Einige Broker bieten eine allgemeine Verlustabsicherung an. Wenn Trades verlieren, wird ein bestimmter prozentualer Anteil zurückerstattet. Zudem bieten viele Broker auch Zusatzfunktionen (z. B. Early Closer) zur Risikominimierung an.

Kundensupport

Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, sollte einen Broker mit einem deutschen Kundensupport wählen. In der Regel erhalten Kunden direkt nach Anmeldung einen persönlichen Account-Manager, der sich automatisch melden wird. Dieser kann auch bei Fragen und Problemen kontaktiert werden. Außerdem sind die Broker meist sieben Tage die Woche rund um die Uhr per Telefon, Mail und Live-Chat erreichbar.

Unterstützung und Demokonto

Für Einsteiger bieten viele Broker umfangreiche Weiterbildungsangebote in Form von Tutorials, Webseites, Lernvideos, Webinare etc. an. Diese sollten unbedingt genutzt werden. Ideal ist es auch, wenn der Broker ein Demokonto zur Verfügung stellt. Hiermit können erste Gehversuche unternommen werden, ohne dass man gleich sein ganzes Kapital verliert.